Der Weltklimarat schlägt Alarm
Der Weltklimarat zeichnet in seinem sechsten Klimasachstandbericht ein klares, aber erschreckendes Bild und zeigt einmal mehr, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Wir haben Ihnen im Folgenden einige interessante Punkte daraus zusammengetragen.
Verheerende Waldbrände in Kalifornien und Südeuropa, Hurrikans, Tropenstürme, Dürren und Hitzewellen – überall auf der Welt ereignen sich diese Naturkatastrophen. Erst im Juli 2021 sahen sich auch Deutschland und seine Nachbarländer mit extremen Unwettern konfrontiert, die massive Schäden anrichteten und insbesondere im Landkreis Ahrweiler in der Eifel zahlreiche Menschenleben forderten. Diese und ähnliche Naturkatastrophen nehmen zu und erreichen ein immer verheerenderes Ausmaß.
Der Istzustand
Der menschengemachte Klimawandel wirkt auf viele Wetter- und Klimaextreme, das bekommen wir aktuell mehr denn je hautnah mit. So ist es heute im Gegensatz zum Jahr 1950 deutlich wahrscheinlicher, dass verknüpfte Extreme auftreten, beispielsweise gleichzeitige Hitze und Dürre. Das ist nur einer der Punkte, die der Weltklimarat (IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinem neuen Report zur Klimalage aufführt. Dafür wurden zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsergebnisse ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst. Wichtiger Bestandteil des Berichts ist außerdem der Vergleich mit vorherigen Werten, unter anderem denen des vorangegangenen fünften Klimasachstandberichts. Dabei zeigt sich, dass das Klima sich stetig erwärmt und sich Atmosphäre, Ozeane, Kryosphäre und Biosphäre rapide verändert haben. Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid, Methan und Dickstoffmonoxid sind weiter gestiegen. Den Anstieg dieser Treibhausgase hat der Mensch zu verantworten. Die Durchschnittstemperatur der Erde von 2011-2020 liegt im Vergleich zu den Jahren 1850-1900 um 1,1 °C höher. Daraus ergeben sich weitreichende Folgen, die selbst bei sofortigem Handeln nicht mehr reversibel sind, beispielsweise das Abschmelzen der Gletscher.
Der Ausblick
Steigt die Erderwärmung weiterhin so rasant an, muss mit entsprechenden Folgen in den Klima- und Wetterextremen gerechnet werden. Extreme Hitzewellen und Dürren, aber auch Starkniederschläge, tropische Wirbelstürme und das Abschmelzen von Schnee und Eis werden verheerender und häufiger. Bereits eine Erhöhung von 0,5 °C wird für uns spürbar sein. Doch wird es dabei wohl nicht bleiben: Der Weltklimarat geht davon aus, dass wir eine globale Erwärmung von 1,5 °C oder 2 °C noch im Laufe des 21. Jahrhunderts erreichen. Diese Entwicklung zu stoppen ist unmöglich – es sei denn sämtliche Emissionen von Treibhausgasen werden sofort und stark reduziert. Der Bericht, in dem dies geschrieben steht, wurde Anfang August 2021 veröffentlicht. Das empfindliche Zeitfenster, in dem wir gravierende Änderung für das Leben auf der Erde noch verhindern können, schließt sich.